Eine gute Strategie könnte das so genannte „Plus-1-Prinzip“ sein. Das besagt, dass öffentliche Institutionen in vergleichbarem Umfang auf mindestens auch einer offenen Plattform unterwegs sein sollten. Man kann also einen Auftritt im Fediverse parallel aufbauen, das Netzwerk und die User kennenlernen und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob man sich dann aus anderen kommerziellen Netzwerken verabschieden möchte. Was perspektivisch noch dafür spricht, ist meiner Einschätzung nach auch eine Frage der Nachhaltigkeit: Die Zeit, die investiert wird, im Fediverse eine Community aufzubauen, kann nicht plötzlich dadurch umsonst gewesen sein, dass einem der Account gesperrt wird oder jemand die Plattform kauft, dessen Werthaltungen nicht zu den eigenen passen. Wer ganz souverän sein möchte, kann sogar einen eigenen Server betreiben, was mittlerweile die ersten Universitäten tun oder z.B. gerade dieses Jahr 16 Stiftungen umgesetzt haben.
Anja Obermüller, Flurfunk Dresden, 12.10.2026 (online)
