Zitiert: Wie man sich gut informieren kann/konnte

Wer sich früher fragte, wie man sich gut informiert, trotz der Voreingenommenheiten mancher Journalisten und ganzer Medieninstitutionen, für den gab es eine einfache Empfehlung: möglichst viel lesen und sehen. Die Schnittmenge aus dem, was Spiegel, taz, Bild, FAZ und ARD berichteten, das war die Wirklichkeit, auf die man sich einigen konnte.

Längst ist die Zahl der Absender viel zu groß und zu unübersichtlich, um so einer Empfehlung nachkommen zu können. Und es gibt ein größeres Problem. Wer Instagram öffnet, im Bett, auf der Toilette, schnell zwischen zwei Gesprächen im Büro, der ist in einer völlig anderen Rezeptionshaltung als jemand, der morgens eine Zeitung aufschlägt oder für die 20-Uhr-Nachrichten den Fernseher einschaltet.

Auf Instagram sucht man Zerstreuung, Unterhaltung – oder folgt nur den erwiesenermaßen süchtig machenden Impulsen einer App. Beim Lesen der Zeitung oder Sehen einer Nachrichtensendung ist man sich grundsätzlich im Klaren darüber, was man gerade tut: Informationen aufnehmen, die einen bekannten Absender haben.

Aurelie von Blazekovic, sueddeutsche.de, 22.10.2026 (online)