Zitiert: Interview-Pflicht gegenüber jedermann?

Fairness. Man kann über alles berichten, in einem redaktionell gestalteten Format, aber es gibt keine Pflicht dazu, jemanden live und ungefiltert zu Wort kommen zu lassen. Faustregel: Niemanden einladen, der, sollte er oder sie an die Macht kommen, genau dieses Format, diesen Sender abschaffen wird. […]

Der wesentliche, beinahe heilige Auftrag eines journalistischen Mediums ist Aufklärung, also die gemeinsame Annäherung an überprüfbare Wirklichkeit. Ein rechtsradikaler Politiker ist daran nicht interessiert. Ihm genügt schon die Aufmerksamkeit, denn die wahren, konkreten Pläne bleiben besser im Verborgenen.

Nils Minkmar, sueddeutsche.de, 21.08.2026 (online)

Zitiert: Aktuelle AfD-Berichterstattung zu oft ohne intelligente Koordinierung

Der aktuellen AfD-Berichterstattung mangelt es zu oft an einer intelligenten Koordinierung, das Wissen über die Partei wird nicht gesteuert, und die Inhalte werden, wie man neudeutsch sagt, nicht kuratiert. Denn es ist keinesfalls so, dass es das Wissen über die AfD nicht…

Zitiert: Öffentlich-Rechtliche ohne Sicherheitsanker

Erste Amtshandlung: Der Rundfunk soll fallen“, titelte Ende letzter Woche die FAZ. Noch rund sechs Wochen sind es bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die AfD gibt sich siegesgewiss, und ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund verkündet neben dem Wahlkampfslogan „Abschiebung ab Minute 1“ auch…

Zitiert: Entlarven, überführen und anprangern

Wer AfD-Führer und deren Millionen-Wählerschaft lediglich entlarven, überführen und anprangern will, um selbst zu glänzen, bestätigt sie absichtslos in ihrem Gefühl, von den etablierten Medien ohnehin nicht mehr fair behandelt zu werden. Das heißt nicht, dass dieses Gefühl durchweg berechtigt ist. Und in Richtung ÖRR und linke Leitmedien: Gerade wer die AfD ablehnt, sollte sich wünschen, dass sie mit Mitteln des Journalismus gestellt wird – und nicht mit den Mitteln des politischen Engagements.

Judka Strittmatter, berliner-zeitung.de, 14.07.2026 (online)