Zitiert: Animation made in Germany braucht bessere Bedingungen

Obwohl Animation nur ungefähr 7 Prozent der in Deutschland produzierten Filme ausmacht, gehen über 50 Prozent des internationalen Box Office auf ihr Konto. Umso wichtiger ist es, in Deutschland Rahmenbedingungen vorzufinden, die sich auf dem internationalen Markt messen können, denn Animation findet grenzübergreifend statt. […]

Die enormen Auslandserfolge deutscher Animationsfilme sollten über die FFA-Referenzmittel honoriert werden. Die Referenzfilmförderung bemisst sich bislang vor allem an Kinobesucherzahlen und Festivalerfolgen im Inland; Kriterien, die der Realität der Animationsbranche oft nicht gerecht werden, da viele Produktionen ihren eigentlichen Erfolg über internationale Verkäufe in dutzende Länder erzielen. […]

Animationsfilme sind investitionsintensiv und diese Investitionen zahlen sich aus.Die Förderung sollte die Chancen der Animationsbranche gezielt in den Blick nehmen. Denn mit den richtigen Rahmenbedingungen kann die Animationsbranche als Exportchampion noch deutlich mehr Potential entfalten. […] Um dieses Feld nicht allein Hollywood-Produktionen zu überlassen, muss die deutsche Animationsfilmbranche besonders gestärkt werden, denn die Filme werden mehr an ihrer internationalen Konkurrenz gemessen als Realfilme.

In Deutschland sind die Projekte, mit den vergleichsweise höheren Budgets, jedoch oft unterfinanziert. Speziell für Animation braucht es daher eine Booster-Förderung von 5% im Anzreizsystem. Damit kann das Anreizsystem dem hohen Investitionsbedarf der Animationsbranche Rechnung tragen und die Unterfinanzierung in diesem Bereich lösen. Zudem wird Deutschland als Koproduktionsstandort gestärkt. […]

Kinder unter 13 Jahren machen in Deutschland rund 12 Prozent der Bevölkerung aus. Sender sollten anteilig zur Bevölkerung und im Rahmen der Generationsgerechtigkeit mindestens diesen Anteil ins Kinderprogramm investieren, statt aktuell deutlich darunter zu liegen.

Auch die großen Streamingdienste sollten den durchschlagenden Auslandserfolg deutscher Animationsproduktionen und die Langlebigkeit von Kinderprogrammen nutzen, anstatt nur bestehendes US-Programm zu zeigen.

Maite Woköck, dwdl.de, 12.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)