Der Ausschluss großer Medien aus dem Weißen Haus hat nicht nur gezeigt, wie aggressiv Präsident Donald Trump die Pressefreiheit angreift. Schnell wurde auch klar, wie wichtig das Fernsehen für ihn noch ist. […]
Trumps Rede zur Lage der Nation etwa sahen im Februar mehr als 32 Millionen Menschen bei 15 Sendern. Die meisten davon waren über 55 Jahre alt, ermittelte Nielsen. In den sozialen Medien spricht Trump noch mehr Menschen an, allein bei Tiktok hat er knapp 17 Millionen Follower und mehrere Hundert Millionen Likes. […]
Trump kann traditionelle Medien wie CNN wegen dieser Reichweite im Netz wohl leichter bekämpfen, als frühere Präsidenten das gekonnt hätten. Aber das heißt nicht, dass das Internet für ihn wichtiger wäre als das Fernsehen, das ihn mit seiner Show „The Apprentice“ einst viel bekannter machte. […]
Doch es ist das Fernsehen, das nach wie vor die professionellen Bilder wichtiger Ereignisse produziert, die dann oft als Clips online die Runde machen: Trump neben dem Hubschauber Marine One mit Ton, bei den Vereinten Nationen oder beim Empfang von Besuchern wie Xi. Weil Trump versuchte, Journalisten dafür zu bestrafen, dass sie ihren Job machen, gab es bei der Ankunft des chinesischen Präsidenten am Ende gar keine amerikanischen Live-Bilder. Chinesische Staatsmedien dagegen konnten liefern.
Frauke Steffens, faz.net, 25.09.2026 (online)

