Zitiert: ARD und ZDF wollen mit Dialog die ZDF-Zielgruppen CC2 und CC3 sowie die die ARD-DMT-Gruppen Ambitionierte und Neokulturelle erreichen

Klar, „Publikumsdialog“ steht mittlerweile fast überall drauf. Aber wirklich ankommen tut davon beim breiten Publikum noch nicht sehr viel. Immerhin, die Lage ist besser als vor zehn Jahren, wo Dialogideen innerhalb der ARD und auch von der damaligen WDR-Spitze die kalte Schulter gezeigt wurden. Als der MDR als ARD-Vorsitz anno 2016 die Plattform ARDialog vorschlug, die nach dem Motto „Fragt uns einfach“ funktionieren sollte, war das nicht mehrheitsfähig. Was noch sehr höflich formuliert ist.

Jetzt ist die Botschaft endlich angekommen. Aber ARD wie ZDF rücken dem Dämon Dialog immer noch arg formal zuleibe. Sie haben gerade zum Beispiel eine „gemeinsame Formatidee für gesellschaftlichen Dialog“ ausgeschrieben. Gesucht wird ein „nonfiktionales Kulturformat“ mit einer „starken erzählerischen Idee, das viele Menschen erreicht und im Gedächtnis bleibt“. Es soll „Überzeugungen und Lebenswelten zusammenbringen, die sich sonst selten wirklich begegnen“, was eine Herausforderung ist und leicht auch verkrampft werden könnte.

Die Kreativität soll sich daher auf engen Bahnen bewegen, denn die Zielgruppe ist exakt vermessen. „Zur internen Einordnung dienen die ZDF-Zielgruppen CC2 und CC3 sowie die ARD-DMT-Gruppen Ambitionierte und Neokulturelle.“

Steffen Grimberg, taz.de, 01.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)