Nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt fragt der ARD-„Brennpunkt“ nach der Vertrauenskrise. Er besucht ein Autohaus, zeigt Umfragen und lässt CDU-Politiker zu Wort kommen. An den vertrauten Abläufen ändert sich wenig. […]
Auch drei Wochen später scheint das noch die Strategie der Berichterstattung zu sein – was man vielleicht am besten an jener Sendung sehen kann, in der die ARD verlässlich versucht, alle Arten von schicksalhaften Momenten mit den Mitteln journalistischer Formatierung zu bewältigen: dem „Brennpunkt“. Für Naturkatastrophen, Kriege, politische Krise wird bereitwillig „das Programm umgestellt“, aber nie die Methodik oder das Temperament. Am vergangenen Montag verhandelte die Sendung das Thema „Vertrauenskrise nach den Wahlen“ unter anderem – wie schon drei Wochen zuvor – mit einer Kurzreportage über einen beliebigen Familienbetrieb. […]
Ganz ausgeschlossen scheint aber die Möglichkeit zu sein, dass die Berichterstattung aus der Immanenz parteipolitischer Agenden und Performancefragen hinaustreten könnte. Bezeichnend ist dafür auch der Name einer Serie, dessen zweite Staffel diese Woche im ZDF anlief: „Inside CDU“.
Mit beachtlichem Aufwand und dem Blick für aussagekräftige Momente kommt die Dokumentation der Ratlosigkeit innerhalb der Partei sehr nahe.
Harald Staun, faz.net, 25.09.2026 (online)

